„Sprung in die Leere“ (Oper, 2012)

Libretto: Reto Finger

Uraufführung 2012 am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Besetzung:

2 Flöten, Klarinette, Horn, Posaune, Tuba, Schlagzeug,

Klavier/Synthesizer, 5 Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass

Live-Elektronik

2 Soprane, Tenor, Bariton, Sprecher

Chor

Die Uraufführung „Sprung in die Leere“ wurde gefördert durch die LWL-Kulturstiftung.

SeineFelix Leuschner Sprung in die Leere bedeutendsten Werke schuf der französische Künstler Yves Klein für Gelsenkirchen: Die 7×20 Meter großen Reliefs an den Seitenwänden des geräumigen, lichtdurchfluteten Musiktheaterfoyers setzen mit ihren monochromen blauen Farbflächen strahlende Akzente in die geradlinige Gesamtarchitektur des Theaterbaus. Anlässlich seines 50. Todestages am 6. Juni 2012 würdigte das MiR Yves Klein  mit einer Reihe musikalisch-festlicher Veranstaltungen, deren feierlichen Höhepunkt die Uraufführung der Oper „Sprung in die Leere“ bildete. Felix Leuschner komponierte sein Werk speziell für die akustischen und räumlichen Gegebenheiten des Gelsenkirchener Musiktheaterfoyers. Der Titel der Oper bezieht sich auf eine spektakuläre Kunstaktion, bei der Yves Klein 1960 durch einen Sprung in die Tiefe die Suche nach dem perfekten Ausdruck der Leere inszenierte.

Ebenso selbstbewusst, wie Yves Klein eine einfarbige blaue Fläche zum Bild erklärte, lässt sich auch der „Sprung in die Leere“ als Oper bezeichnen. In der Partitur kann man eine Art „Entmusikalisierung“ feststellen, eine Vermeidung von Musikantik.Felix Leuschner Sprung in die Leere So werden beispielsweise die Sänger über die größten Strecken als instrumentales Kollektiv geführt; und tauchen musikalisch konkrete Formen zwischen all den fluktuierenden „monochromen“ Klangflächen auf, treten sie umso deutlicher hervor.

Das Foyer übernimmt mit seiner besonderen Akustik eine tragende Rolle in der Oper. Durch die Höhe des Raumes und die Materialen Stein und Glas entsteht ein sehr langer Nachhall, welcher der Akustik einen kathedralen Charakter verleiht. Gleichzeitig legt sich durch den Nachhall aller Klänge und Geräusche, die man im Foyer produziert, ein „Rauschen“ über den Raum. Das bedeutet, dass der Raum selbst ein Klangkörper ist, dessen „Musik“ in die Komposition einbezogen ist. Die Oper ist speziell für das Foyer des MiR geschrieben; die Partitur bezieht die akustischen Möglichkeiten ein, die sich durch eine Verteilung der Sänger und Instrumentalisten an verschiedene Orte und Ebenen im Foyer ergeben.

Fotos von Mark Weigel und dem Opernchor: © Pedro Malinowski